soviel du brauchst – Fastenaktion für Klimaschutz & Klimagerechtigkeit

1. März - 15. April

Unter diesem Thema steht eine Fastenaktion der ev. Kirche in Baden.( http://www.ekiba.de/klimafasten2017 )

Mit dem biblischen Leitsatz „So viel du brauchst“ regt die Fastenaktion dazu an, sich Zeit zu nehmen, das eigene Handeln im Alltag zu überdenken, Neues auszuprobieren, etwas zu verändern. Klimaschutz und Klimagerechtigkeit stehen im Mittelpunkt der Fastenzeit

Eine Broschüre, die praktische Anregungen gibt ist im Pfarramt kostenlos zu erhalten.

In dieser Woche: Zeit … für mich, für Einkehr und Umkehr

 Verena Fortner

Mit drei Kindern im Grundschul-und Kindergartenalter, mit Haushalt und Arbeit hetze ich oft durch den Tag. Eine ruhige Minute am Tag gönne ich mir, wenn ich nach dem Mittagessen meine Tasse grünen Tee trinke.

Für die kommende Woche habe ich mir mehr vorgenommen als nur die Tasse grünen Tee. Ich werde nur die wichtigsten Termine wahrnehmen und alleine einen Spaziergang unternehmen, um eine kurze Auszeit von der Routine des Alltags zu nehmen. Statt zwei Dinge gleichzeitig zu tun, werde ich mich ganz bewusst auf eine Sache konzentrieren. Und dann ist da noch das Tagebuch, dass ich jeden Abend mit ein paar Zeilen füllen werde: ein Gedanke, eine Frage oder eine Begebenheit vom Tag – statt fern zu sehen oder am PC zu sitzen.

Der Spaziergang als Moment der Entschleunigung und das Tagebuch als „Ort der Einkehr“ – für mich zwei Herausforderungen in der Fastenzeit.

 

 

In dieser Woche: Zeit zum … anders umgehen mit dem eigenen Geld

 Klaus Zimmermann

 Seit vielen Jahren habe ich einen Teil meiner Rücklagen bei Oikocredit angelegt. Oikocredit ist eine internationale Genossenschaft mit Hauptsitz in den Niederlanden. Für mich zählt bei dieser Geldanlage nicht nur die Rendite, die immerhin 2% beträgt, sondern die Möglichkeit, die weltweite Armut zu bekämpfen. Oikocredit vergibt Kredite an Menschen in armen Ländern. Manchmal genügen 100 EURO, um in einem afrikanischen Land ein kleines Unternehmen zu gründen und damit eine Familie zu ernähren. Oikocredit hat Vertrauen in arme Menschen, besonders in Frauen, die bei „normalen“ Banken nicht als kreditwürdig gelten. Weitere Informationen finden Sie unter: www.oikocredit.de

 

Zeit zum … Leben mit weniger Energie

Ulla Zimmermann

 Beim Sparen von Energie für Heizung und Strom habe ich schon auf vieles geachtet:

Wäsche wasche ich in der Regel nur mit 40°; die Raumtemperatur wird niedrig gehalten; den Standbybetrieb bei Geräten schalte ich aus; Energiesparleuchten sind installiert; ich benutze Treppen statt Fahrstuhl…..

Zusätzlich nehme ich mir in dieser Woche vor:

    • dass ich nach Möglichkeit nur Kaltwasser verwende
    • dass ich auf den Backofen verzichte
      dass ich die Heizung eine Stufe niedriger einstelle (Jacke und Decke lege ich griffbereit)

 

 

Zeit zum ………Bewusster und gezielter einkaufen und auf Plastikverpackungen verzichten

Wir haben für die Fastenzeit vorgenommen, sehr genau zu prüfen, wie die Produkte, die wir kaufen verpackt sind. Angefangen hat es mit dem Gedanke, wie viel Müll man doch einsparen könnte wenn Obst und Gemüse nicht immer in Plastik eingepackt wären. Weiter geht es mit Hochglanz-Katalogen und Werbeprospekten, die ungefragt zugeschickt werden und in den meisten Fällen ungelesen im Müll landen.

Gerade beim Essen wollen wir allerdings nicht den Blick auf‘s Ganze verlieren. Wir mussten uns oft dem Gedanken stellen, ob es sinnvoll ist eine Milchpackung zu kaufen, nur weil sie aus Glas ist und dabei zu missachten woher sie kommt und wie die Kuh gelebt hat.

Im Allgemeinen geht es uns also darum einmal ein Bewusstsein für die Art der Verpackungen zu bekommen und nun Umweltbewusster einzukaufen.

Zum Beispiel werden wir:

  • Obst und Gemüse auf dem Markt kaufen und nur saisonale Produkte.
  • Nudeln in der Verpackung aus Pappe kaufen.
  • Joghurt selbst machen oder im Glas kaufen.
  • Kein Trinkwasser kaufen: Leitungswasser ist das meistgeprüfte Lebensmittel in Deutschland.
  • Über Geschenke in Zeitungspapier freut man sich genauso wie in Geschenkpapier.
  • Stoffbeutel beim Einkaufen anstatt Plastiktüten.
  • Vorhandene Plastiktüten wieder verwenden

Zeit zum …anders unterwegs sein                                

Etwa ein Fünftel der CO² Verschmutzung in Deutschland sind dem Straßenverkehr geschuldet. Dabei lässt sich gerade in diesem Bereich unser CO² Verbrauch deutlich minimieren, ohne groß Einbußen unserer Mobilität in Kauf zu nehmen. Für die Fastenzeit habe ich mir vorgenommen, genauer auf meinen CO²- Verbrauch zu achten und herauszufinden, wie ich ihn verringern kann.
Mir kam sofort in den Sinn mein Auto stehen zu lassen und öfter auf Bus und Bahn umzusteigen. Die Zugfahrten ließen sich einwandfrei zum Lesen nutzen und ich musste mich so nicht einmal wegen roter Ampeln oder zu vollen Straßen ärgern. Vor allem Kurzstrecken lassen sich ganz einfach mit dem Rad oder zu Fuß erledigen. So schonen wir auf dem Weg zur Post, zum Sportverein oder zum Bäcker zum Beispiel nicht nur die Umwelt, sondern machen zusätzlich etwas für unsere Gesundheit und bleiben fit. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass sich nicht jede Strecke einwandfrei mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Rad oder zu Fuß bewältigen lässt; in solchen Fällen habe ich versucht meine Erledigungen und Termine so zu organisieren, dass ich sie in einer Fahrt erledigen konnte. Doch auch durch eine vorrausschauende Fahrweise mit mäßiger Geschwindigkeit können wir die Umwelt weniger belasten.
Eine tolle Erfahrung war das Nutzen einer Fahrgemeinschaft. Die Handy-App „BlaBla-Car“ erwies sich als sehr hilfreich. Innerhalb weniger Minuten hatte ich eine passende Fahrt zu einem Bruchteil des Ticketpreises der Bahn gefunden.
Im Allgemeinen sollte man bereits beim Autokauf achten, wie umweltbelastend der Wagen ist. Allein bei der Produktion werden 20- 40 Tonnen CO² produziert. Es stellt sich also zusätzlich die Frage, ob es immer ein Neuwagen sein muss?
Vor allem in Sachen Urlaub lässt sich auch auf Alternativen ausweichen. Das Streckennetz der Bahn und vor allem der Fernbusse wurde in den letzten Jahren erheblich ausgebaut, sodass man vielleicht nicht in den Flieger oder ins eigene Auto steigen muss. So fängt das Entspannen nicht erst nach einer langen, anstrengenden Fahrt statt, sondern gleich beim Einnehmen des Sitzplatzes.

Lisa Marie Knorr

 

 

 Zeit zum …anders und achtsamer kochen und essen

 

In meinem Beruf geht es oft darum, wie es uns gelingen kann, dem, was wir gerade tun, mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Mehr „Achtsamkeit“ zu schenken.
Mir gefällt die Idee dieses Fastenprojekt deshalb besonders gut, weil sie anregt, jede Woche unsere Aufmerksamkeit auf eine andere Facette unseres, häufig automatisierten, Alltags zu richten. In dieser Woche geht es um achtsames Essen und Trinken. Ich möchte hier ein paar Anregungen geben für Achtsamkeitsübungen rund ums Essen:

 

  • „Es gibt niemanden, der nicht isst und trinkt, aber nur wenige, die den Geschmack zu schätzen wissen“ Konfuzius (551-475 v. Chr.) Wählen Sie Speisen und Getränke mit allen Sinnen aus: Wie sieht es aus? Wie riecht es? Wie fühlt es sich an? Was höre ich beim Essen/Trinken? Wie schmeckt es?
  • „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ (Deutsches Sprichwort) Fragen Sie sich: Was nährt mich wirklich? Über die Sättigung des Körpers hinaus, was ist es, das uns durch Speise und Trank einen „beseelten Leib“ gibt? Welche Symbolkraft liegt in den Ritualen von Essen und Trinken?
  • „Als Mahl begann’s und ist ein Fest geworden“ Rainer Maria Rilke (1875-1926) Gemeinsames Essen und Trinken steht in allen Kulturen der Welt ebenfalls für weit mehr als körperliches satt sein. Es steht für Frieden, Teilen, positive Gefühle. Vielleicht fällt Ihnen noch viel mehr ein? Laden Sie andere ein und finden Sie es heraus!
  • „Wenn ich erregt bin, gibt es nur ein Mittel, mich völlig zu beruhigen: Essen“ Oscar Wilde (1854-1900) Wie kommt es, dass immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft keine andere Möglichkeit mehr erkennen, sich zu beruhigen, als durch essen? Dass Essen die Funktion des Beruhigens übernimmt? Überlegen Sie: welche Möglichkeiten gibt es, ruhig zu werden, zu entspannen?

Rund um die Nahrungsmittel habe ich mir für diese Woche folgende Aufgaben gestellt:
beim Einkaufen will ich auf alles verzichten, was in Plastik verpackt oder eingeschweißt angeboten wird, da für die Herstellung von Plastik Erdöl verwendet wird. Und beim Kochen will ich einen Tag einlegen, an welchem ich keinen Strom verwende, also nur kalt esse und auch kein Wasser erhitze.

Dr. Claudia Jansen (Psychotherapeutin)

 

Losung für Montag, den 12. November 2018

Wer ist bereit, dem HERRN heute eine Gabe zu bringen?

1.Chronik 29,5

Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.

2.Korinther 9,6

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