Aktion „Brot für die Welt“

1. Dezember - 31. Dezember

Hunger nach Gerechtigkeit

Seit 60 Jahren kämpft Brot für die Welt für die Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit. In dieser Zeit wurde Beachtliches erreicht: Gemeinsam mit Partnerorganisationen weltweit und getragen von so Vielen in evangelischen und freikirchlichen Gemeinden in Deutschland konnten wir bisher bereits Millionen Menschen dabei unterstützen, ihr Leben aus eigener Kraft zu verbessern. Dabei zählt für Brot für die Welt jede und jeder Einzelne und die Verheißung, dass alle „das Leben und volle Genüge“ haben sollen.

Aber jeder neunte Mensch hungert und hat kein sauberes Trinkwasser. Millionen leben in Armut, werden verfolgt, gedemütigt oder ausgegrenzt. Dennoch haben alle das Recht auf gleiche Lebenschancen. Unsere Partnerorganisationen tragen seit Jahrzehnten dazu bei. „Hunger nach Gerechtigkeit“ lautet das Motto der 60. Aktion Brot für die Welt. Auch nach sechzig Jahren ist dieser Hunger nicht gestillt. Das gemeinsam Erreichte macht Mut und lässt uns weiter gehen auf dem Weg der Gerechtigkeit.

 

Frauen in den Textilfabriken Nicaraguas

Wie China, Bangladesch oder Äthiopien zählt auch Nicaragua zu den Nähstuben der Welt. Produziert wird in den Sonderwirtschaftszonen des kleinen zentralamerikanischen Landes für den Export, vor allem für die USA und Kanada. Die ausländischen Unternehmen profitieren dort doppelt von diesen Freihandelszonen: Sie müssen weder Steuern zahlen noch angemessene Löhne. Und so lassen viele Sportartikelhersteller wie Adidas, Nike, Under Armour ihre Waren in den Textilfabriken Nicaraguas produzieren. Das Arbeitsrecht wird vielfach missachtet. In den Nähhallen ist es heiß und stickig. Die Holzstühle sind hart. Die gebückte Haltung lässt Muskeln und Gelenke schmerzen.

Wie Zehntausende andere schuftet María Elena Gonzales Jiménez in einer der vielen Textilfabriken Nicaraguas. Für umgerechnet 132 Euro im Monat säumt sie Shorts der Marke „Under Armour“, 1.500 Mal am Tag derselbe Handgriff, zehn Stunden lang, sechs Tage die Woche. In einem modernen Einkaufszentrum in der Hauptstadt Managua kostet eine dieser Hosen 995 Córdobas, 27 Euro. „Sie verdienen so viel Geld mit unserer Arbeit“, klagt María Elena, „und zahlen uns so wenig.“ Doch María Elena braucht den Job: Ihr Lohn ernährt den alten Vater, ihre Schwester und deren drei Kinder. Ihre Mutter ist vor ein paar Monaten gestorben.

Die Organisation MEC hilft den Näherinnen, für ihre Interessen einzutreten. Diese Frauenorganisation setzt sich mit Unterstützung von Brot für die Welt für menschenwürdige Arbeitsverhältnisse in den Textilfabriken ein. 22 feste Mitarbeitende, darunter Juristinnen, Psychologinnen und einen Soziologen, sowie mehrere hundert ehrenamtlich arbeitende Promotorinnen beraten kostenlos, vertreten die Betroffenen vor Gericht und bieten missbrauchten und unterdrückten Frauen zudem psychologische Hilfe an. Von dem durch Brot für die Welt unterstützten Projekt profitieren 1.000 junge Frauen in 22 Fabriken. Sie informiert die Näherinnen über ihre Rechte und vertritt sie vor Gericht. Zudem schult die Organisation Frauen darin, wie sie Konflikte bewältigen, sexueller Belästigung und Aggression entrinnen und ihr Selbstwertgefühl stärken können. „Das hat mein Leben verändert“, sagt María Elena. Vor der Arbeit verteilt sie mit weiteren Aktivistinnen Broschüren zum Thema Arbeitsrechte. Sie sind nach kurzer Zeit vergriffen. „Die wenigsten wissen, wie stark sie eigentlich sind“, meint María Elena. Genau das möchte sie vermitteln. Es ist die Hilfe, die auch ich bekommen habe“, sagt sie dankbar.

 

Zahlen und Fakten: Das Projekt im Überblick
Projektträger: Movimiento de Mujeres Trabajadoras y Desempleadas María Elena Cuadra (MEC)
Spendenbedarf: 100.000 Euro
Seit 1994 setzt sich die nach einer Frauenrechtsaktivistin benannte „Bewegung der arbeitenden und arbeitslosen Frauen María Elena Cuadra“ (MEC) für Textilarbeiterinnen in den Freihandelszonen ein. Die Organisation hat 22 feste Mitarbeitende, darunter Juristinnen, Psychologinnen und einen Soziologen, sowie mehrere hundert ehrenamtlich arbeitende Promotorinnen. Sie beraten kostenlos, vertreten die Betroffenen vor Gericht und bieten missbrauchten und unterdrückten Frauen zudem psychologische Hilfe an. Von dem durch Brot für die Welt unterstützten Projekt profitieren 1.000 junge Frauen in 22 Fabriken.

Spenden:
Ev Kirchengemeinde Bammental: Brot für die Welt
IBAN: DE19672500200007601751
BIC: SOLADES1HDB

Losung für Sonntag, den 16. Dezember 2018

Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen; sie wiegt zu schwer, ich kann sie nicht mehr tragen.

Psalm 38,5

/Der Engel sprach zu Josef:/ Maria wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.

Matthäus 1,21

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
Weitere Informationen finden sie hier